ALLMÄCHD!
Teil 63: Imaginäre Hobbys oder Gruppentherapie?
„So tun als ob“-Spiele kenna viele von uns noch aus der Kindheit. Da simmer mit unsere Holzpferdla a Springturnier im Garten gritten, waren Ritter und Prinzessinnen, hamm unsere imaginären Freunde (Hund, Katze, Maus, später Tamagotchi) gepflegt und in Rollenspielen unser Fantasie trainiert.
Soweit, so gut. Dokumentiert hat des kanner, denn da hat’s noch ka soschal Midia geben, Selfies a net. Nur Dias.
Heut hupfn tatsächlich erwachsene Leut mit Steckenpferdla rum (Hobby- Horsing) oder führn in der Gruppe (unter Anleitung!) nur ihre Leinen spazieren (Hobby-Dogging). Des gibt’s wirkli, is ka Witz. Da fragst dich scho, ob da noch alle Latten am Zaun sinn…
Aber irgendwie find ich des a traurig. Wenn ich des als Hobby-Psychologe beleucht, dann fällt mir Langeweile, Geltungsbedürfnis, a miese Kindheit und Gruppentherapie an der frischen Luft ei. Vielleicht hat des aber a was mit der Scheu vor Verantwortung zu tun, denn reale Haus- und Nutztiere sinn halt amol teuer und zeitintensiv. Oder die Zeitung mit denne vier großen Buchstaben hat doch recht – unser Gsellschaft verblödet.
Was kommt noch an schrägen Fake-Hobbys? Hobby-Gardening (Mähen ohne Rasenmäher), Hobby-Koching (in leere Töpf rumrührn) oder Hobby-Enkelkindling (leere Kinderwägen rumschieben)?
Der Fantasie sinn kanne Grenzen gesetzt 😊
K W / Redaktionsleitung Habewind News / Verantwortlich für alle Buchstaben in diesem Medium 😊




