Geplanter Neubau des Kraftwerks Irsching 6

Schieflage der Energiewende zulasten der Stromkunden TenneT hat den Zuschlag für den Bau eines neuen Kraftwerks in Irsching erteilt – einem Standort, an dem bereits zwei der weltweit modernsten Gaskraftwerke weitgehend stillstehen. Alle drei Kraftwerke sollen der Netzstabilität dienen, also nur dann eingesetzt werden, wenn sehr kurzfristig zu wenig Strom aus Wind- oder Solaranlagen zur Verfügung steht. Allerdings werden die Kosten für das neu geplante Kraftwerk Irsching 6 komplett auf die Netzentgelte umgelegt, während die Kraftwerke Irsching 4 und 5 durch die Bundesnetzagentur lediglich für die wenigen Stunden vergütet werden, an denen sie im Einsatz sind. Allein die Verluste für das Kraftwerk Irsching 5, das von Uniper, Mainova und N-ERGIE bereitgehalten wird, belaufen sich auf einen zweistelligen Millionenbetrag pro Jahr. Da in der Rangfolge der Netzreserve die Kraftwerke Irsching 4 und 5 Vorrang vor dem Block 6 haben – letzteres soll ausschließlich als Sicherheitspuffer für Notfälle dienen – könnte die absurde Situation entstehen, dass das neu geplante Kraftwerk nie zum Einsatz kommt. „Leidtragende dieser verfehlten Energiepolitik sind die Stromkunden, die über steigende Netznutzungsentgelte die Zeche bezahlen müssen. Da das neue Kraftwerk nur für den Übergangszeitraum bis zum Ausbau der Übertragungsnetze genutzt werden soll, schafft die Politik eine teure Investitionsruine und nimmt in Kauf, dass sich die Bürger von der Energiewende weiter abwenden“, erklärt Josef Hasler, Vorstandsvorsitzender der N-ERGIE Aktiengesellschaft. Dabei sei die Energiewende als Beitrag zum Klimaschutz wichtiger denn je. „Es ist höchste Zeit, diese endlich marktwirtschaftlich auszugestalten und eine Abkehr von Zentralismus und Planwirtschaft einzuleiten“, sagt Hasler. N-ERGIE Vorstandsvorsitzenden Josef Hasler (Copyright: N-ERGIE).

Josef Hasler
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