Zum Jahresende schloss das Gasthaus „Zur Sonne“
MERKENDORF
Fast jeder in Merkendorf kennt sie. Und fast jeder kam mehr als einmal in den Genuss ihres guten Essens. Willi und Walli Helmreich betrieben fast 50 Jahre das Gasthaus „Zur Sonne“ unmittelbar neben der Stadtkirche. Zum Jahresende 2025 machten sie endgültig den Bierhahn dicht.
Da sitzen nun die beiden Wirtsleute an jenem Platz, an dem jahrelang der Stammtisch lustige und gesellige Abende verbracht hat – und erzählen aus fast einem halben Jahrhundert Wirtshausgeschichte. Der große Gastraum, den sie vor der Übernahme von Willis Vater 1976 umgebaut hatten, ist nun verwaist. „Wir wollen auch noch etwas von unserer Rente haben“, gibt Willi Helmreich zu. Die Arbeit in der Wirtsstube und der Küche war ihnen dann doch zu viel. Fremdenzimmer vermieteten sie eine Zeitlang auch noch. Dies war eine enorme Doppelbelastung. Da blieb wenig Zeit für den Nachwuchs. Mit Corona schränkten sie die Öffnungszeiten der „Sonne“ ein.
Jahrelang betrieben sie auch das Festzelt an der Kirchweih. Beim Aufbau haben die Stammtische immer mitgeholfen. „Die haben auf ihren Wirt schon was gehalten“, macht Willi Helmreich deutlich.
Doch nun lassen die beiden es ruhiger angehen. Willi wird 75, seine Frau 70. „Wir möchten Ausflüge mit dem Fahrrad unternehmen und Feste besuchen, wofür wir bis jetzt nie die Zeit hatten“, freuen sie sich auf den neuen Lebensabschnitt. In Haus und Hof gibt es zudem immer etwas zu tun. In der Metzgerei, die ihr Sohn Bernd weiterführt, helfen sie auch noch aus. „Aber alles ohne Zeitdruck“, schmunzeln die beiden. Man merkt, dass sie mit einem lachenden und weinenden Auge die für sie richtige Entscheidung getroffen haben.
Text + Foto: Daniel Ammon





