„Die Ortschaft hält z’samm!“: 875 Jahre Großhaslach

GROSSHASLACH

Freundliche Feuerwehrleute, darunter auch der Kommandant der FFW Großhaslach, weisen den Weg zum etwas versteckten Parkplatz. „Die Ortschaft hält z’samm!“ sagt einer von ihnen – und was dahinter steckt, sah, wer es nicht sowieso schon wusste, gleich darauf: Ein stimmungsvoller Festkommers in der Marienkirche  bildete den Auftakt zum Jubiläumsjahr von Großhaslach. Seit der urkundlichen Ersterwähnung  1144 sind 875 Jahre vergangen, und das will gefeiert werden. Wurde aus dem dort beschriebenen „Hasela“ im Laufe der Jahrhunderte auch das heutige Großhaslach, ein Ortsteil von Petersaurach, so ist die gängige Bezeichnung „Hosla“ im Alltag der Bewohnerinnen und Bewohner geblieben.  „Gemeinsam für Hosla“ heißt denn auch der Zusammenschluss zur Organisation der 875-Jahr-Feier. Dessen stellvertretender Vorsitzender Jürgen Peipp begrüßte zahlreiche Vertreter aus dem öffentlichen Leben, darunter Landrat Dr. Jürgen Ludwig sowie die Bürgermeister der kommunalen Allianz Kernfranken. Bei der Gemeinde Petersaurach und speziell bei Bürgermeister Lutz Egerer bedankte Peipp sich für die Unterstützung. Pfarrerin Juliane Jung freute sich über ihre volle Kirche und ließ den Blick zurückschweifen in das Jahr 800, als an derselben Stelle wohl bereits ein christlicher Gebetsort gewesen sei. „Dieser Ort ist aufgeladen mit der Seele vergangener Zeiten“ spannte sie den Bogen bis heute. Landrat Dr. Jürgen Ludwig beglückwünschte die Großhaslacher zu ihrer Ortsgemeinschaft, und Bürgermeister Lutz Egerer betonte den „Spirit“, den Gemeinschaftsgeist und die Feierfreude, die offensichtlich von Generation zu Generation weitergegeben werde. In einer launigen Festrede ließ dann Jürgen Peipp einen Ortspfarrer von vor 100 Jahren zu Wort kommen, der den damaligen Aberglauben anprangerte. Dabei meinten es die Leute sicher nur gut, wenn sie etwa den Pferden, die den Leichenwagen zum Friedhof zogen, geriebenes Brot mit Bier zu fressen gaben, damit der Tote auch wirklich zur Ruhe käme, oder Ehen nur bei zunehmendem Mond schließen wollten. Nachdem auch Gizella Santa, Bürgermeisterin von Petersaurachs ungarischer Partnergemeinde Rusza, ihre Glückwünsche überbracht hatte, stellte Bettina Helmreich das vielfältige Festprogramm für das Jahr vor. Musikalisch begleitet wurde der Festkommers von Onoldia Brass aus Ansbach, dem MGV Großhaslach mit dem Liederkranz Roßtal und dem Posaunenchor, der eine eigens zum Jubiläum von Wilhelm Wißmüller komponierte Fanfare ertönen ließ. Beim anschließenden Festempfang im Jakobushaus spielte Onoldia Brass weiter auf, während die Gäste sich leckere selbstgemachte Häppchen schmecken ließen. FFW-Vorsitzender Bernd Obergruber verkaufte zudem den von der Ortsgemeinschaft gestalteten Jubiläumskalender, der auch in der Gemeinde erhältlich ist. Eben: „Die Ortschaft hält z’samm!“.

Text + Fotos: Susanne Hassen

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