Diakoneo Haus „Für und Miteinander Sorge tragen“ in Obernzenn feierlich eingeweiht und gesegnet
Obernzenn, 28. September 2026 – Seit Mai 2025 bietet das Diakoneo Haus „Für und Miteinander Sorge tragen“ in Obernzenn Menschen mit Demenz und gerontopsychiatrischen Erkrankungen ein sicheres und geschütztes Zuhause. Mit einer Segnungs- und Einweihungsfeier wurde das Haus nun offiziell eingeweiht und gesegnet.
Manuela Füller, Vorständin Dienste für Menschen blickte bei der Feier auf die Entstehung des Hauses zurück und dankte den zahlreichen Wegbegleitern des Projekts. „Wichtig ist uns vor allem der Dank an die Gemeinde und an alle, die die Entwicklung dieses Hauses unterstützt haben“, betonte Manuela Füller. Ihr besonderer Dank galt Landrat a. D. Helmut Weiß, der bis 2014 Bürgermeister von Obernzenn war, sowie Christian Schmidt, dem ehemaligen Bundeslandwirtschaftsminister und langjährigen Bundestagsabgeordneten, der in Obernzenn geboren wurde.
Auch Bezirkstagspräsident Daniel Forster und der erste Bürgermeister des Marktes Obernzenn, Johannes Weiß, hätten das Projekt unterstützt. „Ohne die politische Unterstützung und dieses außergewöhnliche Konzept wären die Förderungen durch die Kommune und das Bayerische Landesamt für Pflege nicht möglich gewesen“, sagte Füller.
Besonders wichtig sei ihr zudem der Dank an die Mitarbeitenden: „Mein großer Dank gilt unseren Pflege- und Betreuungskräften. Sie sind jeden Tag für die Menschen da, begleiten sie, schenken ihnen Zeit und geben ihnen Sicherheit.“
Ein Haus, das sich an den Menschen orientiert
Inzwischen ist das Haus vollständig belegt. 60 Bewohnerinnen und Bewohner leben aktuell in der Einrichtung. Insgesamt stehen 44 Einzelzimmer und acht Doppelzimmer zur Verfügung. Der Planung des Hauses ging eine lange und intensive Konzeptphase voraus. Dabei orientierte sich Diakoneo unter anderem am dänischen Prinzip, das auf umfangreichen Erfahrungen in der Begleitung von Menschen mit Demenz beruht.
„Wir haben uns bei der Konzeption am dänischen Prinzip orientiert, weil es dort sehr viel Erfahrung in der Arbeit mit Menschen mit Demenz gibt“, erklärte Füller. Das Konzept zeigt sich unter anderem in der Gestaltung des Hauses und der Außenanlage: Zahlreiche Sitzgelegenheiten entlang der Wege bieten Möglichkeiten zum Ausruhen und Verweilen.
Auch das offene Konzept ist ein wichtiger Bestandteil der Einrichtung. Die Bewohnerinnen und Bewohner können eigenständig nach draußen gehen. Die Wege sind ebenerdig und können auch mit Hilfsmitteln problemlos genutzt werden.
Bezirkstagspräsident Daniel Forster hob die Entwicklung der Pflege von Menschen mit Demenz hervor: „Die Pflege von Menschen mit Demenz hat sich stark verändert. Ich bin froh, dass Diakoneo den Weg eingeschlagen hat, eine solche Einrichtung zu bauen.“ Den Mitarbeitenden wünschte er viel Kraft für ihre anspruchsvolle Aufgabe.
Auch die stellvertretende Landrätin Renate Ixmeier würdigte die Arbeit der Mitarbeitenden: „Der Name des Hauses ‚Für und Miteinander Sorge tragen‘ ist ein Glaubensgrundsatz und zugleich eine tägliche Aufgabe, die es zu bewältigen gilt. Sie sind rund um die Uhr für Menschen da.. Ihre Arbeit ist für uns von unschätzbarem Wert.“
Erster Bürgermeister Johannes Weiß unterstrich die Bedeutung des Hauses für Obernzenn: „Ich freue mich, dass wir in dieser Einrichtung stehen. Wir brauchen Plätze für Menschen mit Demenzerkrankungen.“ Obernzenn sei eng mit Diakoneo verbunden. „Obernzenn ist Pflegestandort und soll es bleiben“, so Weiß.
„Für und miteinander Sorge tragen“
Auch der Name des Hauses stand im Mittelpunkt der Feier. Pfarrer Peter Munzert, der gemeinsam mit Pfarrerin Annette Boxdorf-Nickel die Segnung des Hauses übernahm, erläuterte den Leitgedanken. „Für und miteinander sorgen bedeutet mehr als pflegen und versorgen. Es bedeutet, Zeit zu schenken, zuzuhören, Anteil zu nehmen und füreinander Verantwortung zu übernehmen. Es bedeutet auch, Freude und Sorgen miteinander zu teilen“, sagte Munzert.
Das Haus entstand auf einer Grundstücksfläche von rund 12.500 Quadratmetern. Der Baubeginn erfolgte im Oktober 2022, die Bauübergabe im April 2025. Die Gesamtkosten beliefen sich auf rund 17,7 Millionen Euro.
Unterstützt wurde das Projekt durch Fördermittel des Landkreises Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim in Höhe von 1,2 Millionen Euro, durch 3,6 Millionen Euro des Bayerischen Landesamts für Pflege sowie durch eine KfW-Förderung in Höhe von rund 1,38 Millionen Euro. Für die Ausstattung der Kapelle wurden zudem 15.000 Euro gespendet.
Mit der Segnungs- und Einweihungsfeier ist das Haus nun auch offiziell seiner Bestimmung übergeben: ein Ort zu sein, an dem Menschen mit Demenz ein Zuhause finden und an dem Bewohnerinnen und Bewohner, Angehörige und Mitarbeitende miteinander Sorge tragen.
Foto: Diakoneo/ Christin Kohler





