Erinnerung an einen tragischen Unglücksfall

HIRSCHLACH

An der Ortsverbindungsstraße von Neuses nach Hirschlach steht ein unscheinbares Kreuz. Bei dem Kirchdorf ereignete sich vor 100 Jahren ein tragisches Unglück. Die Inschriften sind heute schwer zu entziffern. „Bei Streiflicht erkennt man, dass sich dort noch mehr Text befinden“, weiß Richard Schmidt, Kreisheimatpfleger von Ansbach. Er habe diesen bereits rekonstruiert. Auf dem Steinkreuz sind die Worte eingemeißelt: „HIER VERUNGLÜCKTE TÖDLICH UNSER LIEBER HERR PFARRER HANS ZELLHÖFER AM 6. OKT. 1926. IM EWIGEN ANDENKEN: PFARRGEMEINDE HIRSCHLACH. PSALM 39 V 6.“

Auch über das Leben des Theologen konnte der Kreisheimatpfleger vieles recherchieren. Hans Zellhöfer kam am 20. Oktober 1879 in Nürnberg zur Welt. Nach seinem Theologiestudium in Erlangen durchlief er einige Gemeinden als Vikar. In Buch am Wald, wo er 1909 eingesetzt war, lernte er die Pfarrerstochter Marie Alt kennen, die er später heiratete. Die nächste Station war das oberfränkische Lindenhardt, wo seine Kinder Emilie 1912 und Johann 1913 geboren wurden. Von 1913 bis 1920 versah er seine erste Pfarrstelle in Trabelsdorf bei Bamberg. Im Anschluss trat er im Oktober 1920 die zweite Pfarrstelle an der Stadtkirche Merkendorf an.

Am 6. Oktober 1926 war Zellhöfer mit dem Fahrrad vormittags unterwegs von Merkendorf nach Hirschlach, um dort Religionsunterricht zu geben. In der Stadtchronik ist zu lesen, dass er kurz vor dem Ort „unglücklich vom Fahrrad stürzt“ und dann „tot aufgefunden wird“. Die genauen Umstände des Unfalls liegen im Dunkeln. Er ist auf dem Merkendorfer Friedhof begraben. Was aus seiner Ehefrau und den Kindern wurde, ist unklar.

Das Gedenkkreuz errichtete die Kirchengemeinde Hirschlach am Himmelfahrtstag 1928 unter großer Beteiligung der Gemeindeglieder an der Unfallstelle.

Kreisheimatpfleger Schmidt fand keine Fotografie, die Zellhöfer zeigt. „Ich hoffe, dass vielleicht jemand ein Foto hat, auf dem Hans Zellhöfer zu sehen ist“, sagt er. „Vielleicht auf einem Konfirmationsbild.“

Text + Foto: Daniel Ammon

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