Kinder, wie die Zeit vergeht – 50 Jahre „Blumenviertel“

HEILSBRONN (Eig. Ber.) 

Es waren schlimme Jahre für uns junge Menschen damals, die in unserer Klosterstadt bleiben oder sich gar hier niederlassen wollten. Nicht wenige suchten bezahlbares Bauland. Die damaligen Grundbesitzer waren nicht verkaufsbereit, alle Zeichen standen auf Stillstand.

Unerwartet, zum Jahreswechsel 1974/75 hieß es, es gebe einige Grundstücke an der Weiterndorfer Straße. Die Nachricht löste ein wahres Wettrennen aus. Schnell waren die wenigen Plätze vergeben. Die künftigen Hausbesitzer hatten die Ehre, die Straßennamen vorschlagen zu dürfen. Rosenstraße war die erste Wahl, dann folgten u.a. Tulpen- und Nelkenstraße, bald darauf Dahlien- und die Lilienstraße. Damit war das Blumenviertel räumlich geboren. Die Bebauung erfolgte fast explosionsartig von der Mitte der Rosenstraße aus. 1976 entstanden die Häuser Rosenstr. 7, 9, 10 und 11. 1977 wurden die ersten Häuser bezogen, während im ganzen Viertel eine für unser Stadt völlig ungewohnte Bautätigkeit um sich griff. Neue Bekanntschaften wurden gemacht, alte Freundschaften erneuert, es herrschte ein ungeheurer Teamgeist und Schwung. Im Frühjahr 1978 wurde das erste echte Blumenviertelkind geboren, der dritte Kindergarten in Heilsbronn entstand. Die Baulücken schlossen sich schnell und Mitte der 80er Jahre war das Blumenviertel in sich abgeschlossen.

Legendär waren die Straßenfeste der Rosenstraßenbewohner, die sich fast zu kleinen Stadtfesten entwickelten und viele Menschen anzogen, auch solche, die eigentlich keinen Bezug zum Blumenviertel hatten. Heute erinnern sich nicht mehr viele Menschen an die Weiterndorfer Straße mit ihren uralten Obstbaumen und den wogenden Getreidefeldern.

Text (gek. d. Red.) + Fotos: Reinhold Fröhlich

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