Schicksal der Flüchtlinge aus Syrien thematisiert

Diplomatischer Kraftakt bei der bayernMUN in Neuendettelsau 

Neuendettelsau – Bei der diesjährigen bayernMUN (Model United Nations) fanden sich 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammen, um im Rahmen einer Simulation der UN-Generalversammlung über eines der Themen „Gewalt gegen Frauen”, „Terrorismus und Massenvernichtungswaffen” sowie die „Flüchtlingskrise in Syrien” zu verhandeln. Die gesamte Veranstaltung fand durchgängig auf Englisch statt. 

Im Luthersaal begrüßte Dr. Mathias Hartmann, Abteilungsdirektor Bildung der Diakonie Neuendettelsau, die Anwesenden mit einer kurzen Ansprache, in der er die Bedeutung von Bildung und Dialog unterstrich. Das Organisationsteam von der United Nations Society Nuremberg e.V. (UNSN) um deren Vorsitzenden Oliver Burger eröffnete daraufhin die Verhandlungen. Die UNSN ist Träger der Veranstaltung. Der ehemalige Leiter des Laurentius-Gymnasiums Michael Otte ist aktives Gründungsmitglied und die Diakonie Neuendettelsau als juristische Person ist ebenfalls Mitglied.

Zunächst mussten die Delegierten, die jeweils zu zweit die Interessen eines UN-Mitgliedsstaats vertraten, die Priorität der Themen festlegen, da erfahrungsgemäß nur eines der Themen im Detail debattiert und schließlich auch mit Resolutionen abgeschlossen werden kann. Nach kurzen Verhandlungen fand sich eine Mehrheit für das hochaktuelle Thema der syrischen Flüchtlingskrise.

Im anschließenden Hauptteil der Verhandlungen kristallisierten sich zwei Lager heraus, die in den folgenden zwei Tagen um die beste Herangehensweise zur Minderung des Leids der Flüchtlinge und zur Entlastung der Hauptaufnahmestaaten in der syrischen Nachbarschaft rangen. Obwohl über weite Strecken Einigkeit herrschte, entwickelte sich ein zunehmender Konflikt um die Frage, ob die Flüchtlinge besser vor Ort in die Aufnahmeländer integriert oder auf weniger belastete Drittstaaten wie beispielsweise nach Europa weiterverteilt werden sollten. Kurz vor Abschluss der Verhandlungen konnte sich die Einsicht durchsetzen, dass nur eine kluge Kombination aus allen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten die Situation vor Ort verbessern könne. Daher begannen die Delegierten in einem diplomatischen Kraftakt in den letzten beiden Stunden, sich trotz festgefahrener Gräben und Schlafmangel aufeinander zu zu bewegen und konnten schließlich eine gemeinsame Resolution verabschieden, zu der sie sich dann auch tosenden Applaus verdient hatten.

Abseits des simulierten diplomatischen Parketts, auf dem sie sich zunehmend souverän bewegten, entwickelte sich zwischen den Teilnehmenden aber auch ein ganz realer zwischenmenschlicher Dialog. Die unterschiedliche Herkunft bot genügend Anlass für Gespräche, denn neben Studierenden verschiedener deutscher Universitäten (Erlangen, Passau, Frankfurt) nahmen auch 18 Soldaten und eine Soldatin der Bundeswehruniversität München, acht Schüler aus der Oberstufe des Laurentius-Gymnasiums unter der Leitung von Edith Hübner (Lehrkraft am Laurentiusgymnasium und ebenfalls Gründungsmitglied der UNSN) sowie eine Gruppe des Projekts NMUN Africa aus Nigeria an der Veranstaltung teil.

Emilia Klix und Dennis Wagner vom Laurentius-Gymnasium, die in der Veranstaltung die Rolle Nordkoreas vertreten hatten, wurden als „herausragende Delegation“ ausgezeichnet. Auch für acht jüngere Schüler des Laurentius-Gymnasiums war die bayernMUN eine Gelegenheit, in die englischsprachige Welt internationaler Diplomatie hinein zu schnuppern, da sie als sogenannte Conference Pages (im Sinne des antiquierten deutschen Wortes Page) beim reibungslosen Ablauf der Konferenz mithalfen. Nach den langen Verhandlungstagen konnten sich die Delegierten noch neue Bekanntschaften knüpfen. Die reibungslose Zusammenarbeit mit dem Dialog-Hotel und dem hauswirtschaftlichen Team sowie auch die hohe Qualität der Dienstleistungen wurde sowohl von organisatorischer Seite als auch von den Teilnehmern ausdrücklich gelobt.

Interessenten können sich mit der UNSN und der bayernMUN unter der E-Mail-Adresse email@bayernMUN.org in Verbindung setzen.

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Emilia Klix und Dennis Wagner vom Laurentius-Gymnasium der Diakonie Neuendettelsau wurden bei der bayernMUN ausgezeichnet.

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