Kirchengemeinde erinnerte an das Wirken der Augsburger Diakonissen
MERKENDORF
Der Reformationssonntag stand ganz im Zeichen der Augsburger Diakonissen, die in Merkendorf jahrzehntelang ihren Dienst verrichteten. Vor 100 Jahren wurde mit Margarete Thäter die erste Schwester in die Gemeinde entsandt, die damit ein 78-jähriges Wirken im Zeichen der Kinderbetreuung und Krankenpflege begründete.
Zum Festgottesdienst war der Rektor der Diakonissenanstalt, Dr. Jens Colditz, der die Festpredigt hielt, angereist. Der damalige Stadtpfarrer Karl Preis schrieb 1924 an die Diakonissenanstalt Augsburg: „Wir benötigen äußerst notwendig eine Gemeindeschwester.“ Rektor Jens Colditz bemerkte dazu: „Dies hört sich an wie ein Hilferuf.“
Die lange Tradition der Kinder- und Krankenbetreuung begann somit am 1. Februar 1925 mit der feierlichen Einführung der ersten Gemeindekrankenschwester Margarte Thäter. Kurz nach ihrem Dienstantritt wurde an Rektor Heinrich Kern die Bitte herangetragen, zudem eine Kinderschulschwester zu entsenden. Grete Simöndl kümmerte sich zu Beginn ihres Wirkens 1926 um 60 Kinder. Dazu wurde am 31. Mai 1926 ein Neubau für die „Kinderschule“ eröffnet. Seit 2016 befindet sich in den Räumlichkeiten die Tagespflege. In den Folgejahren wuchs die zu betreuende Schar auf 100 Kinder an. „In der Kinderschule bekamen sie Zuwendung, die zu Hause mangels Zeit fehlte“, konstatierte Jens Colditz. Er zeigte sich beeindruckt, dass sich im Laufe der Zeit 19 Frauen aus Merkendorf in den Dienst der Augsburger Diakonissen stellten: „Diese Anzahl ist einmalig in Bayern.“ Die Ära der Augsburger Schwestern ging im Jahr 2003 mit dem Weggang von Schwester Frieda Weigel zu Ende.
Text + Fotos: Daniel Ammon






