WOLFRAMS-ESCHENBACH
Am Tag des offenen Denkmals konnten Geschichtsinteressierte auch in Wolframs-Eschenbach wieder einen Blick hinter die Kulissen eines ansonsten verschlossenen Bauwerkes werfen. „Wir haben uns in diesem Jahr für das Obere Tor entschieden“, erklärte Oskar Geidner, Vorsitzender des örtlichen Heimatvereins, bevor er einer 70-köpfigen Gruppe an Interessierten die Historie des Bauwerks erzählte. Der gesamte Komplex bestehe nicht nur aus dem fast 30 Meter hohen Torturm, sondern auch aus dem Vorwerk, das 1463 einen kleineren Vorgängerbau ersetzte, den Zollwärterhäuschen, an denen bis 1936 Pflasterzoll erhoben wurde und dem Metzgereihaus.
„Das kleinere Vorwerk kam bei der archäologischen Sondierung 2002 zum Vorschein“, berichtete Geidner. Die am Vorwerk befindlichen Wappen erklärte der Historiker ausführlich und zeigte damit die Herrschaftsverhältnisse in der kleinen Stadt auf. Die Toreinfahrt verbreiterte man in den 1930er Jahren und ersetzte den Spitzborgen durch einen Rundbogen. Der imposante Turmbau entstand dagegen zwischen den Jahren 1358 und 1375 und ist damit das älteste erhaltene Steintor in der Stadt. Oskar Geidner konnte berichten, dass 1769 der obere Torturm aus Unachtsamkeit der Bewohnerin abgebrannt ist. Zum Abschluss wartete auf die Teilnehmer mit der Ersteigung des Turmes und der Besichtigung der darin befindlichen früheren Wohnungen ein nicht alltägliches Erlebnis mit besonderen Ausblicken auf Stadt und Umland.
Text + Fotos: Daniel Ammon






