Das „Dschungelbuch“ in der Grundschule

Musikalisch-szenische Lesung

NEUENDETTELSAU

Im Rahmen der 26. Jugendkulturtage im Landkreis Ansbach hatten die Schülerinnen und Schüler der 3. bis 5. Klassen der Grundschule Neuendettelsau Gelegenheit, in der Aula eine musikalisch-szenische Lesung von Anja Seidel zusammen mit Yogo Pausch mitzuerleben. Das Bühnenbild, von der Klasse 4 b an zwei Vormittagen in Zusammenarbeit mit Sandra Mayer vom örtlichen Jugendzentrum und Kreisjugendring gemeinsam gestaltet, und das in seinen Farbgebungen und Motiven einem Dschungel glich, ließ schon beim ersten Anblick den Betrachter erahnen, dass wohl bald Tiere des Urwalds ihre typischen Rufe lautstark hören lassen. Und so war es dann auch. Yogo Pausch aus Nürnberg, Geräuschemacher und Schauspieler, wie er sich persönlich vorstellte, hatte auf dem Podium ein Schlagzeug sowie eine Vielzahl von Utensilien aufgereiht, die beim Betätigen allesamt Geräusche von sich gaben, die Tierlauten ähnelten. Anja Seidel las Auszüge des Originaltextes aus dem Dschungelbuch von Rudyard Kipling und Yogo Pausch ließ die Dschungelbewohner, von denen jeweils gerade erzählt wurde, mit seinen Geräuschen tierähnliche Laute produzieren. Über 70 Minuten lang je Aufführung – und das während zweimaliger Auftritte an jenem Tag – heulten, zischten, trommelten die bekannten und beliebten Tiere des Dschungelbuchs sehr zur Freude der jungen Zuhörerinnen und Zuhörer. Elefanten trompeteten und Yogo Pausch ließ selbst die Schlange Kaa aufleben, indem er einen gelben Schlauch, der einer Schlange glich, urplötzlich in die Höhe schnellen ließ. Und selbst der alte Bär Balu brummte gemütlich vor sich hin. Die Erzählerin las vereinzelte Textpassagen derart stimmgewaltig, dass einige der etwas unruhigen Schüler wie erstarrt auf ihren Stühlen verharrten und den Worten lauschten. Dass zum Ende der Aufführung tosender Applaus herrschte, war verständlich. „So etwas würden wir gern öfter sehen“, meinten etliche Schüler, die sowohl die Erzählerin als auch den Geräuschemacher ansprachen, um zu erfahren, wie Pausch mit seinen verschiedenen Utensilien die Tierlaute so lebensecht nachmachen kann. „Üben, üben und nochmals üben“, war seine Antwort. „Und natürlich braucht man neben dem Schlagzeug auch noch verschiedene Trommeln, Pfeifen und so manches mehr, das sich für derartige Geräuschkulissen besonders eignet“, so Pausch.

Text + Foto: Klemens Hoppe

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