„Elterntaxi stehenlassen!“

Drei Tipps, wie Kinder sicher zu Fuß zur Schule laufen können

Das Deutsche Kinderhilfswerk und der ökologische Verkehrsclub VCD rufen zum Schulbeginn in Bayern alle Kinder dazu auf, den Schulweg möglichst zu Fuß, mit Roller oder Fahrrad zurückzulegen. Ihre Eltern sind aufgefordert, die Kinder dabei zu unterstützen. Immer weniger Kinder in Deutschland gehen selbstständig zur Schule. In den Siebzigerjahren machten sich noch rund 90 Prozent der Grundschülerinnen und Grundschüler zu Fuß auf den Schulweg. Heute werden stattdessen immer mehr Kinder mit dem Elterntaxi zur Schule gefahren. Nach einer aktuellen Forsa-Umfrage sind es 43 Prozent, die zu Fuß zur Schule gehen. Dabei fördert der Fußweg zur Schule und zur Kita die Sicherheit der Kinder im Verkehr, ihre körperliche und geistige Entwicklung sowie ihre Konzentrationsfähigkeit in der Schule. Das Deutsche Kinderhilfswerk und der VCD geben Eltern zum Schulstart drei Tipps, wie sie den zu Fuß zurückgelegten Schulweg ihrer Kinder sicherer gestalten können. Tipp 1: Eltern sollten mit ihren Kindern gemeinsam einen sicheren Schulweg festlegen und einüben. Der Fußweg muss nicht der kürzeste Weg sein, sondern er sollte schwierige Straßen und Kreuzungen umgehen. Eltern und Kinder sollten den ausgewählten Schulweg mehrmals zusammen ablaufen. Die Eltern gewinnen Vertrauen, dass ihre Kinder den Schulweg sicher und selbstständig meistern können. Tipp 2: Laufgemeinschaften bilden. Für den Weg zur Schule können Eltern oder auch Kinder selbst sogenannte Laufbusse organisieren. Hierbei werden an unterschiedlichen Stellen vor Ort Haltestellen vereinbart, an denen sich die Kinder aus der Nachbarschaft verabreden und gemeinsam zur Schule gehen können. Kinder, die mit Freunden zur Schule gehen, lernen, auch auf andere aufzupassen. Ihr soziales Verhalten wird gefördert und sie können schon auf dem Weg zur Schule Freundschaften pflegen oder schließen. Tipp 3: Fahrgemeinschaften in dünn besiedelten Gebieten bilden. In Gegenden, in denen lange Schulwege oder fehlende Schulbusse das „Elterntaxi“ notwendig machen, hilft es, Fahrgemeinschaften zu bilden. Die gemeinsame Autonutzung reduziert den Schadstoffausstoß und entspannt gleichzeitig die chaotische Verkehrssituation vor den Schulen. Ratsam ist, in einiger Entfernung zur Schule eine „Elterntaxihaltestelle“ einzurichten. So können die Kinder die letzten 300 bis 500 Meter gemeinsam zu Fuß gehen. Claudia Neumann, Expertin für Spiel und Bewegung des Deutschen Kinderhilfswerkes: „Legen Kinder ihren Schulweg selbstständig zurück, fördert dies ihr sicheres Verhalten im Verkehr. Kinder, die zu Fuß zur Schule gehen, nehmen ihre Umgebung aktiv wahr. Sie lernen, sich gut zu orientieren und auf sich selbst aufzupassen. Das stärkt ihr Selbstbewusstsein – auch für andere Lebenssituationen. Kinder hingegen, die mit dem Auto zur Schule gebracht werden, können oft Entfernungen schlecht einschätzen und finden sich weniger gut in ihrer Umgebung zurecht. Kindern auf der Rückbank des Elterntaxis fehlt das Erfolgserlebnis, ihren Schulweg eigenständig zurücklegen zu können. Eltern sollten ihren Kindern diese Chance nicht verwehren.“ Wer in diesem Jahr während der Aktionstage (17. bis 28. September) zu Fuß, mit dem Rad oder dem Roller zur Schule oder Kindertagesstätte kommt, kann sich unter www.zu-fuss-zur-schule.de anmelden. Auf der Website können auch Aktions- und Spielideen eingesehen sowie Materialien bestellt werden.

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