TRIESDORF BAHNHOF
Die Freiwilligen Feuerwehren von Merkendorf, Großbreitenbronn, Heglau-Dürrnhof und Hirschlach-Neuses hielten ihre Herbstgroßübung auf einem Firmengelände am Bahnhof Triesdorf ab. Dabei kam die neue Schutzausrüstung erstmals zum Einsatz, die die Kommune angeschafft hatte. Bei dem Szenario mussten die Feuerwehrler auch die Bahnlinie überwinden.
Punkt 19:30 Uhr zerrissen die Sirenen aus dem Stadtgebiet den frühen Abend. Kurz darauf waren die ersten Feuerwehrfahrzeuge mit ihren Martinshörnern zu vernehmen. Das Blaulicht erhellte die einsetzende Dunkelheit. Das Ziel war der Steinmetzbetrieb Roll in Triesdorf Bahnhof. Die Einsatzleitung hatte der Großbreitenbronner Kommandant David Menge. „Ich wusste nicht, was uns erwartet“, gab er am Rande der Nachbesprechung zu. So wie es in einem echten Ernstfall auch ist. Wer es in diesem Fall genau wusste, war Stefan Hochneder. Der 2. Kommandant der Merkendorfer Wehr hatte sich das Szenario überlegt. Die gut 100 Freiwilligen fanden eine Verpuffung in einem Nebengebäude auf dem weitläufigen Firmenareal vor. Eine Person, die sich darin aufgehalten hatte, konnte den Raum noch verlassen, irrte jedoch in der Dunkelheit umher und war in einem Steinhaufen verschüttet, aus dem sie von den Floriansjüngern befreit werden musste. Die Atemschützer rückten unterdessen dem Brand zu Leibe. Die Wasserzufuhr entpuppte sich als schwierig. Denn laut Szenario, war der Hydrant auf der Westseite der Bahnlinie, die den Ort durchschneidet, ausgefallen. Die Idee, das rettende Nass aus dem nahen Löschteich beim Raiffeisen-Warenlager zu entnehmen, schlug fehl. Tatsächlich befand sich darin aufgrund der realen Trockenheit kein Wasser. Nun mussten die Kameradinnen und Kameraden den nächsten Unterflurhydranten anzapfen, der auf der anderen Seite des Schienenstranges liegt. Diese Herausforderung meisterten die Rothelme gekonnt.
Bei der Übung trugen die FFWler die neue Einsatzkleidung, die die Kommune beschafft hatte. Merkendorfs Kommandant Patrick Noll bedankte sich beim anwesenden Bürgermeister Stefan Bach, dass er und der Stadtrat dies möglich gemacht hatten. Die 160 Kleidungssätze für die technische Hilfeleistung und weitere 30 für die Atemschützer zeichnen sich durch eine bessere Sichtbarkeit im Straßenverkehr und einem höheren Tragekomfort mit integriertem Regenschutz aus. Die Kleidung erfülle zudem die aktuellen Sicherheitsnormen, erläuterte Stefan Hochneder. Die Kommune habe in die Sicherheit ihrer Einsatzkräfte 140.000 Euro investiert. Bürgermeister Bach lobte das Engagement der ehrenamtlichen Mitglieder, die ihre Freizeit zum Wohle anderer opferten. „Die neue Kleidung ist eine sinnvolle Investition gewesen“, meinte Bach.
Text + Fotos: Daniel Ammon







