Paul Geißendörfer stellte sein neues Buch vor

Einblicke in die reiche Geschichte von Heilsbronn

HEILSBRONN

Paul Geißendörfer, ehemaliger Pfarrer des Heilsbronner Münsters, stellte kürzlich im Konventsaal sein neuestes Buch vor. Eine stattliche Anzahl von interessierten Bürgern war gekommen, um diesen besonderen Augenblick hautnah mitzuerleben. Im Gespräch mit Wolfgang Heilig-Achneck, Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung, gab der Ruhestandspfarrer zu verstehen, dass er eigentlich kein Buch veröffentlichen wollte, lediglich eine Sammlung von „Beiträgen zur Heilsbronner Kloster-, Kirchen- und Stadtgeschichte“ sollte es sein. In nahezu 30 Beiträgen wird Bekanntes in Erinnerung gebracht und neue Themen vorgelegt. Ein umfangreiches Literaturverzeichnis und eine aktualisierte Zeittafel geben einen Einblick in die reiche Geschichte von Heilsbronn und seine Bedeutung. Das Buch will Anreiz sein zu wissenschaftlicher Weiterarbeit und ein immer stärkeres Leuchten dieses „kleinen und unscheinbaren Ortes, der so viel Denkwürdiges bietet“ erwirken, war zu lesen. Geißendörfer, der vorgab, Herumliegendes zu entsorgen, seinen Schreibtisch aufzuräumen und Schriftstücke zu sortieren, wollte all dies lediglich zu einer Sammlung zusammenstellen – und jetzt wurde ein Buch daraus – in DIN A4 – vierfarbig und 302 Seiten stark, aus dem der Autor einige Passagen vorlas. In geringer Stückzahl ist es erschienen, da Geißendörfer nicht wusste, „ob das Buch Abnehmer und Leser findet“. Doch das sollte ein Irrtum sein. Schon am gleichen Abend, während der Buchvorstellung, war bereits das letzte Exemplar vergriffen. Es werden bei Interesse noch weitere Bücher gedruckt, wurde den Interessierten mitgeteilt, die leer ausgehen mussten. Diejenigen, die noch ein Buch ergattern konnten, ließen sich eine persönliche Widmung in das Exemplar schreiben. Und Pfarrer Paul Geißendörfer, Heilsbronner Ehrenbürger, erfüllte ihnen diesen Wunsch allzu gern. In den Gesprächen, die Themen der Geschichte berührten, war von ersten Nennungen des Ortes Heilsbronn in früheren Jahrhunderten die Rede. Viel Wissenswertes, Bekanntes und Unbekanntes kam zur Sprache, das selbst ein „eingefleischte Heilsbronner“, wie sich ein Gesprächspartner selbst bezeichnete, noch nicht wusste. Von Kaiser Karl IV., von Königen, Mönchen und immer wieder vom Kloster war zu hören, ein derart umfangreiches Wissen, das der Autor Geißendörfer preisgab. Breiten Rahmen nahm das Thema Mystik ein, das derart vielseitig und allzu gesprächsintensiv ist, um es in Kürze zu behandeln und beiläufig darüber zu reden, meinte der heute 83-jährige Ruhestandspfarrer. So sei es empfehlenswert, diesbezüglich gesonderte Diskussionsrunden anzuberaumen. Ein weites Feld des Mittelalters wurde beleuchtet, das seine Geheimnisse den Lesern offenbart, denn Illustrationen, Bilder und Aufzeichnungen sind im Buch reichlich zu finden – ein Literaturwerk, das sowohl für Alt- als auch Neubürger gleichermaßen interessant und aufschlussreich ist und neugierig macht beim Rückblick auf die Entstehung von Heilsbronn, dem schönen und geschichtsträchtigen Münsterstädtchen, dem Kloster und seinen einstigen Zisterziensern. Eine Aussage Geißendörfers fand Beifall und warf gleichzeitig einige Fragen auf: „Im Grunde genommen sind wir Heilsbronner zisterziensisch-evangelisch-lutherischen Glaubens“.

Text + Foto: Klemens Hoppe

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