Wenn Geschichte lebendig wird – Zeitzeugin zu Gast in der Klasse 10A

NEUENDETTELSAU (Eig. Ber.) Geschichte aus dem Schulbuch ist das eine. Geschichte aus erster Hand zu hören, das andere – und ungleich eindrucksvoller. Genau diese besondere Erfahrung durften die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10A kürzlich machen, als sie eine 88-jährige Zeitzeugin in ihrem Geschichtsunterricht begrüßen konnten.

Durch die Initiative einer Schülerin kam der Kontakt zu Rita Friedlein zustande, die 1938 in Schweidnitz in Niederschlesien geboren wurde. Offen und eindrucksvoll berichtete sie von ihrer Kindheit, die schon früh von den Schrecken des Zweiten Weltkriegs geprägt war. Besonders bewegend waren ihre Erinnerungen an die Flucht im Februar 1945: Gemeinsam mit ihrer Stiefmutter und ihren beiden kleinen Geschwistern musste sie vor der heranrückenden Roten Armee fliehen – eine Reise voller Angst, Ungewissheit und Entbehrungen.

Die Schülerinnen und Schüler hörten gebannt zu. Schnell wurde deutlich, dass es sich nicht nur um eine historische Erzählung handelte, sondern um gelebte Geschichte – emotional, unmittelbar und tief bewegend. In der anschließenden Fragerunde zeigten die Jugendlichen großes Interesse und stellten einfühlsame, teils sehr persönliche Fragen. Die Begegnung hinterließ bei allen Beteiligten einen nachhaltigen Eindruck. Zudem zeigte sie, wie wichtig Eigeninitiative und Interesse an Geschichte sind – und wie lebendig Unterricht werden kann, wenn Vergangenheit eine Stimme bekommt.

Text (gek. d. Red.): Simon Gerstlacher / Fotos: Gerda Seitzinger-Bürkel

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