HEILSBRONN
Seit 2004 ist Florian Badstübner als Schiedsrichter aktiv. Über die Amateurklassen führte ihn sein Weg zunächst in die Regionalliga, ab 2013 in die 3. Liga, 2016 in die 2. Bundesliga und schließlich 2020 in die Fußball-Bundesliga. Inzwischen gehört der 1991 geborene Referee aus Windsbach auch zum FIFA-Kreis der internationalen Schiedsrichter.
Über seinen Alltag als Bundesliga-Schiedsrichter sprach Badstübner Mitte Mai bei der Veranstaltung „VR Fußballfieber“ der VR Bank südliches Franken in der Hohenzollernhalle in Heilsbronn. Unter dem Titel „Pfeife, Proteste und Platzverweise“ gewährte er den Gästen spannende Einblicke hinter die Kulissen des Profifußballs.
Dabei wurde deutlich, wie anspruchsvoll die Aufgabe eines modernen Schiedsrichters geworden ist. Rund 250 Entscheidungen müsse ein Unparteiischer während eines Spiels treffen, erklärte Badstübner. Viele davon seien innerhalb von Sekundenbruchteilen zu bewerten – unter großem Druck von Spielern, Trainern, Zuschauern und Medien. Neben der Regelkenntnis seien deshalb vor allem Konzentration, Fitness und mentale Stärke entscheidend.
Ein wichtiges Thema des Abends war auch der Video Assistant Referee (VAR). Badstübner schilderte, dass der VAR den Fußball gerechter machen solle, gleichzeitig aber neue Herausforderungen mit sich bringe. Jede Szene werde heute aus mehreren Perspektiven analysiert, Entscheidungen seien dadurch stärker im Fokus der Öffentlichkeit. Der ständige Austausch zwischen Schiedsrichter auf dem Platz und dem Videoassistenten verlange höchste Konzentration und klare Kommunikation. Zudem berichtete Badstübner über die intensive Vorbereitung auf Bundesligaspiele. Dazu gehören Videoanalysen, Lauftraining und ausführliche Nachbesprechungen nach jedem Einsatz. Trotz aller Technik bleibe der Faktor Mensch jedoch entscheidend – und Fehler ließen sich im schnellen Profifußball nie vollständig vermeiden.
Text + Foto: CS






