Verantwortung und Mut gezeigt

HEILSBRONN

Möglicherweise schlimme Unfälle verhindert hat kürzlich Walter Schwarz aus Oberschlauersbach. Dafür bedankten sich nun Polizei und Verkehrswacht bei dem 50-jährigen Kfz-Mechaniker. Schwarz stand – als Patient mit verbundener Hand – mit seiner Frau auf dem Parkplatz vor dem Neuendettelsauer Krankenhaus, als es plötzlich dreimal laut krachte – und dann noch einmal. Schwarz drehte sich um und sah einen vorwärts rollenden Audi mit zwei älteren Frauen, eine am Steuer, die andere mit erhobenen Armen um Hilfe rufend. Das Auto hatte drei parkende Wagen beschädigt und einen noch auf ein viertes Auto geschoben. Und es fuhr weiter – direkt auf das Gebüsch und die direkt dahinter vorbeiführende Heilsbronner Straße zu. Schwarz sprintete los und riss die Fahrertür auf, schob die sich am Steuerrad festklammernde Fahrerin zurück, zog die Handbremse an und dann den Schlüssel ab: Gerade noch rechtzeitig kam der Wagen auf der Einfädelspur zu der vielbefahrenen Straße zum Stehen. „Bis zum Eintreffen der Polizei habe ich den Autoschlüssel fest in der Hand gehabt“, erinnert sich Schwarz im Nachhinein. Im Beisein der beiden Beamten, die das Vorkommnis – im Verwaltungsdeutsch handelte es sich um ein „Augenblicksversagen“ der Fahrerin – damals aufgenommen hatten, bedankte sich Dienststellenleiter Martin Junglas bei Walter Schwarz für sein verantwortungsbewusstes und mutiges Handeln. Auch der Vorsitzende der Kreisverkehrswacht Ansbach, Dr. Gottfried Held, betonte, wie wichtig es sei, im Augenblick Entscheidungen zu treffen und die Frage „Geht mich das etwas an?“ im Zweifelsfall mit einem deutlichen Ja zu beantworten. Die Erfahrung der Polizei zeige leider, dass die meisten in solchen Fällen  nur zuschauen würden. Von der Polizei bekam der damalige „Held des Tages“, wie eine Passantin ihn genannt hatte, ein kleines Polizeiauto und eine Tasse, ebenfalls mit dem Logo der Ordnungshüter. Den Einkaufsgutschein, den Dr. Held ihm als Dank überreichte, wolle er gleich in dazu passenden Kaffee umsetzen, freute sich Schwarz.

Text + Foto: Susanne Hassen

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