Diakonieverein Windsbach feierte Hundertjähriges

Gottesdienst, Rückblick und Gratulationen

WINDSBACH

„Dankbar erinnern wir uns daran, dass sich mit der Gründung des Diakonievereins vor 100 Jahren schon Menschen für die diakonische Arbeit in Windsbach und Umgebung stark gemacht und mit ihrer Mitgliedschaft und mit Spenden gefördert haben.“ Mit diesen Worten lud der Vorsitzende des Diakonievereins Windsbach, Pfarrer Klaus Witzig, zum Vereinsjubiläum ein.

Der Tag begann mit einem Festgottesdienst in der Stadtkirche Sankt Margareta, bei dem der Präsident der Diakonie Bayern, Pfarrer Michael Bammessel, die Predigt hielt. Ein besonderer Dankgottesdienst sollte es sein, der zum Ausdruck brachte, „dass wir allen Grund haben, Gott zu loben und zu preisen.“ Die musikalische Ausgestaltung übernahmen der Posaunenchor sowie die Musikschule mit einigen Beiträgen. In der Predigt ging Pfarrer Bammessel bei einem geschichtlichen Rückblick auf das Elend zweier Weltkriege ein und verwies auf die Gräueltaten politischer Machthaber. Gott lässt sich bewegen und hört auf die Rufe der Menschen. Bei Gott siegt die Liebe. Gott hätte auch heute noch Grund genug, dreinzuschlagen – der Tanz ums goldene Kalb findet auch heute noch statt. Der Pfarrer nannte Beispiele hilfreicher Aktionen, erwähnte aber mit deutlichem Fingerzeig, „dass gute Pflege gutes Geld kostet.“ Mit besinnlichen Worten stellte er die Frage, „was ist uns die Pflege der eigenen Angehörigen wert?“ Die Diakonie braucht neben finanzieller Unterstützung auch unser Gebet. Während des Gottesdienstes hatten Mitarbeiter mit Texten an Stellwänden auf die Vielseitigkeit des Diakonievereins aufmerksam gemacht und mit Denkanstößen auf manchen verbesserungswürdigen Umstand im Staatswesen hingewiesen, der vieles für alte und kranke Menschen erleichtern könnte. Im Anschluss an die kirchliche Feier trafen sich die Gäste auf dem Kirchplatz zu einem Umtrunk, um danach bei einem Empfang im Festzelt Grußworte zu hören und bei einem „11-Uhr-Gespräch“ Diskussionen und Aussprachen zu erleben. Die Betonung der Sprecher zielte inhaltlich darauf, dass die Diakonie auch in kleinen Vereinen vor Ort lebt – es gilt, Diakonie in die Kommunen zu tragen. Bürgermeister Matthias Seitz sprach von einem Zeichen der Verbundenheit zwischen der Stadt und den evangelischen Kirchengemeinden, welche die Diakonie unterstütze. Auch er hob die Erfolge und die beispielhafte Arbeit des Diakonievereins Windsbach hervor. Glückwünsche zum Jubiläum überbrachte ebenso der Pfarrer der katholischen Pfarrei St. Bonifatius, Hans-Josef Peters. Ohne Diakonie und Caritas wäre vieles nicht möglich, meinte der Geistliche, der vor seinem Entscheid, Priester zu werden, als Krankenpfleger tätig war. Dekan Klaus Schlicker stellte die Fragen, ob man wegsehen, weghören, den Kopf schütteln und die Achseln zucken könne, wenn es erforderlich sei, zu helfen. Beim Podiumsgespräch kamen ferner noch Schwester Gudrun Böhm, eine ambulante Pflegekraft der Diakoniestation Windsbach sowie Kerstin Ammermann, die Leiterin des Diakonischen Werkes Windsbach zu Wort. Sie berichteten von ihren Tagesabläufen und wussten zu schildern, was es bedeute, Nächstenliebe zu üben. Ammermann nannte Zahlen, Daten, Fakten und gab Einblicke in Notstände, wobei sie vereinzelt Details ihrer diakonischen Arbeit erläuterte. Nach einem gemeinsamen Mittagsessen im Festzelt spielten die Querbläxer aus Suddersdorf zünftig auf und gaben der Jubiläumsveranstaltung einen schwungvollen Abschluss, der Stimmung und frohe Laune bei jungen und alten Besuchern auslöste.

Text + Fotos: Klemens Hoppe

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