Haydns Schöpfung begeisterte

NEUENDETTELSAU (Eig. Ber.)

Die Neuendettelsauer Kantorei führte gemeinsam mit dem Kammerorchester Ansbach und drei Solisten Haydns Oratorium „Die Schöpfung“ unter der Leitung von Matthias Querbach in der St. Laurentius-Kirche Neuendettelsau auf. In einer fast voll besetzten Kirche brillierten die Chorsänger, die sichtlich Freude an ihrem präzisen Musizieren hatten, gemeinsam mit dem Ansbacher Kammerorchester und den Solisten Corinna Schreiter (Sopran), Udo Scheuerpflug (Tenor) und Maximilian Lika (Bass). Zuhörer von nah und fern lauschten andächtig den durchsichtigen Klängen des Orchesters, mit dem das Oratorium eröffnet wurde. Nach der „Vorstellung des Chaos“ traten die Erzengel Raphael (Bass), Uriel (Tenor) und Gabriel (Sopran) als Erzähler auf. Im ersten Teil des Oratoriums wurde die Erschaffung von Himmel und Erde, Wasser und Land, Pflanzen und Gestirnen besungen. Durch Tonmalerei von Naturlauten und Naturereignissen konnte der Zuhörer Regen, Blitz und Donner sowie das Licht hören. Der zweite Teil beschreibt die Erschaffung von Tier und Mensch, mittels musikalischer Symbolsprache konnte das Publikum den Tiger brüllen, das Ross galoppieren und sogar das Gewürm kriechen hören. Der dritte Teil berichtet von der paradiesischen Idylle des ersten Menschenpaares. In einem fantastischen Lobgesang, der Chor und Soli miteinander verflechtet, endet das Meisterwerk Haydns.

Die Solisten meisterten ihren in den Arien sehr schweren Part beeindruckend ausdrucksstark und virtuos, schwebend leicht, strahlend schön und etwa in „Nun beut’ die Flur“ mit Bedacht abwechslungsreich phrasierend. Beredete Expression ließ das Orchester reichlich fließen, schöne arienbegleitende Soli konnte man vor allen von den Streichern und den Holzbläsern vernehmen. Die Kantorei gefiel durch einen angenehm kompakten, runden und durchleuchteten Klang, die Stimmeinsätze der Fugen kamen präzise, rhythmisch und intonationsgenau, klanglich differenziert und bei stets genauer Aussprache. Querbach stellte die Interpretation ab auf natürlichen musikalischen Fluss und tendierte in der Temponahme eher zur Breite als zum eiligen Hervorkehren von Effekten. Er ließ die Lautmalereien des Komponisten aus sich selbst leben und wirken und entwickelte den Glanz und die Prächtigkeit der großen Chöre, aber ohne liedertafelartige Behäbigkeit. Minutenlanger Applaus. Stehende Ovationen.

Foto: Elisabeth Korn

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